Bevölkerungsstand
Die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner und die Alterszusammensetzung der Bevölkerung in Westfalen verändern sich stetig. In den Gemeinden, Kreisen und Teilregionen Westfalens verläuft die Entwicklung unterschiedlich.
Im Folgenden werden Informationen zum Bevölkerungsstand, zur Veränderung der Einwohner:innenzahl in den letzten Jahren sowie zur Altersstruktur der Bevölkerung vorgestellt.
Im Jahr 2022 wurden durch die letzte Bevölkerungszählung (Zensus 2022) aktuelle Bevölkerungszahlen ermittelt. Die Zahlen ab 2022 sind daher nur eingeschränkt mit den Zahlen vor 2022 vergleichbar.
Bevölkerungszahlen
Am 30. Juni 2025 lebten 8.290.882 Menschen in Westfalen – das sind etwa 46 Prozent aller Einwohnerinnen und Einwohner von NRW.
Die meisten der rund 8,3 Millionen Westfälinnen und Westfalen leben im Regierungsbezirk Arnsberg. Etwa jede:r dritte Einwohner:in Westfalens wohnt im Regierungsbezirk Münster und nahezu jede:r vierte im Regierungsbezirk Detmold.
Zwischen 2022 und 2025 stieg die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner Westfalens insgesamt.
In Westfalen lebt zum Stichtag 30.06.2025 etwas weniger als die Hälfte der Bevölkerung von NRW. Die meisten Menschen leben im Regierungsbezirk Arnsberg, der Regierungsbezirk Münster ist zwischen 2022 und 2025 am meisten gewachsen.
2,98 Millionen Menschen und damit etwa jede:r dritte Bewohner:in Westfalens leben in einer der 13 Großstädte, also in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Die meisten Einwohner:innen hat Dortmund (rund 602.000 Menschen), gefolgt von Bochum (mehr als 358.000), Bielefeld (rund 331.000) und Münster (rund 308.000).
Die kleinsten Gemeinden Westfalens sind aktuell Hallenberg (Hochsauerlandkreis, rund 4.300 Einwohner:innen), Marienmünster (Kreis Höxter, rund 4.800 Einwohner:innen) und Beelen (Kreis Warendorf, rund 6.000 Einwohner:innen).
Bevölkerungsentwicklung
In NRW lebten Mitte 2025 rund 111.000 Menschen mehr als im Jahr 2022, das entspricht einem Bevölkerungswachstum von etwa 0,6 Prozent. In Westfalen wuchs die Bevölkerung in dieser Zeit um rund 39.000 Menschen – ein Wachstum von ungefähr 0,5 Prozent.
Das Bevölkerungswachstum war in Westfalen in den letzten Jahren nicht kontinuierlich, im Gegenteil: In vielen Jahren ging die Zahl der Einwohner:innen zurück oder stagnierte. Zwischen 2022 und 2024 wurde sie allerdings größer. In diesem Zeitraum suchten zahlreiche Menschen in Deutschland Schutz, die Geflüchteten zogen auch in Städte und Gemeinden in Westfalen.
Bevölkerungswachstum in Gemeinden unterschiedlich
Die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner hat sich in den verschiedenen Gemeinden, Städten und Teilregionen zum Teil sehr unterschiedlich entwickelt. Während das Bevölkerungswachstum in Westfalen im Durchschnitt bei etwa 0,5 Prozent lag, sind einige Gemeinden deutlich mehr gewachsen, während andere im gleichen Zeitraum einen Teil ihrer Bevölkerung verloren haben.
Besonders viele neue Einwohner:innen kamen unter anderem in Horstmar (Kreis Steinfurt, 2025 lebten dort 9,7 Prozent mehr Menschen als 2022), Heiden (Kreis Borken, plus 5,2 Prozent) und Nordkirchen (Kreis Coesfeld, plus 5 Prozent) hinzu. In anderen Städten und Gemeinden schrumpfte die Bevölkerung, etwa in Augustdorf (Kreis Lippe, minus 3 Prozent), Möhnesee (Kreis Soest, minus 2,9 Prozent) und Unna (minus 2,8 Prozent).
Zu den Geburtenzahlen und Sterbefällen sowie den Zu- und Fortzügen gibt es einen eigenen Artikel.
Altersstruktur und -aufbau
Die westfälische Bevölkerung wird älter. Immer weniger Einwohner:innen sind im erwerbsfähigen Alter, während gleichzeitig die Gruppe der Menschen im Rentenalter stetig wächst. Der sogenannte demografische Wandel setzt nicht nur in Westfalen ein, sondern insgesamt in Deutschland und anderen Industriestaaten weltweit.
In Westfalen ist sowohl der Anteil der Kinder und Jugendlichen als auch der Anteil der Menschen im Rentenalter etwas höher als in NRW insgesamt. Die Gruppe der Menschen im erwerbsfähigen Alter ist entsprechend etwas kleiner als im landesweiten Durchschnitt.
Tabelle zeigt den Anteil der Kinder und Jugendlichen, der Menschen im erwerbsfähigen sowie im Rentenalter (Stand 31.12.2024).
- Tabelle: Bevölkerungsstand nach Altersgruppen, Geschlecht und Nationalität
- Demografische Entwicklung: Jugend-, Alters- und Abhängigkeitsquotient in Westfalen
Medianalter von 45,5 Jahren
Ob eine Gemeinde eher alt oder jung ist, zeigt auch das Medianalter (würden sich alle Einwohner:innen dem Alter nach sortiert aufstellen, wäre das Alter der Person in der Mitte das Medianalter). Westfalenweit liegt das Medianalter bei 45,5 Jahren und damit dem Medianalter Deutschlands.
Die derzeit älteste Bevölkerung lebt in Bad Sassendorf (Kreis Soest), dort liegt das Medianalter bei 54,5 Jahren. In der Gemeinde leben insgesamt rund 12.200 Menschen, von denen nicht einmal jede:r sechste Einwohner:in 18 Jahre alt ist oder jünger, hingegen jede:r dritte älter als 65 Jahre.
Die Gemeinde Augustdorf (rund 9.800 Einwohner:innen) im Kreis Lippe ist hingegen sehr jung: Das Medianalter liegt bei 37,5 Jahren, nahezu ein Viertel der Bevölkerung (24 Prozent) ist jünger als 18 Jahre und gerade einmal jede:r Sechste ist 65 Jahre alt oder älter.
Die Karte zeigt das Medianalter der Bevölkerung in den westfälischen Gemeinden im Jahr 2024. Je dunkler die Färbung, desto höher liegt das Medianalter und desto älter sind die Einwohner:innen im Durchschnitt.
Altersaufbau
Die Altersstruktur zeigt, wie alt oder jung eine Gesellschaft insgesamt ist. Dafür wird angegeben, wie viele Menschen es in welcher Altersgruppe gibt.
In dieser Grafik werden die weibliche Bevölkerung in rot (linke Seite) und die männliche Bevölkerung in blau (rechte Seite) dargestellt. Dabei werden die Jahre 2004 (dargestellt als Linie) und 2024 (als Fläche) miteinander verglichen.
Auffällig ist in beiden Jahren die sogenannte Babyboom-Generation, also die besonders großen Jahrgänge, die zwischen der Mitte der 1950er- und dem Ende der 1960er-Jahre geboren worden sind. Diese Generation ist im Jahr 2004 zwischen 35 und 50 und 2024 zwischen 55 bis 70 Jahren alt. Frühere und spätere Jahrgänge waren weniger geburtenstark und deshalb (deutlich) kleiner.
Da spätere Geburtenzahlen nicht mit denen der 1950er- und 1960er-Jahre mithalten konnten, sind im Jahr 2024, verglichen mit dem Jahr 2004, weniger Einwohner:innen jünger als 50 Jahre. Auch die Gruppe der Kinder und Jugendlichen ist 2024 kleiner als 20 Jahre zuvor. Zurückzuführen ist dies auf zwei Faktoren: Zum einen gab es zuletzt weniger Frauen im gebährfähigen Alter und zum anderen ist die durchschnittliche Zahl der Kinder ebenfalls rückläufig gewesen.
Der "Knick" in der Altersgruppe der 59- (2004) beziehungsweise 79-Jährigen (2024) ist durch den Zweiten Weltkrieg bedingt.
Nähere Informationen bietet der Text zur Bevölkerungsbewegung.
Die steigende Lebenserwartung führt dazu, dass immer mehr Menschen ihren 85., 86., 87., … Geburtstag feiern können und somit zur Gruppe der Hochbetagten zählen.
Die Gruppe der Hochbetagten wuchs in den letzten Jahren besonders stark: In Deutschland hat sich ihre Zahl seit 1991 verdoppelt, ihr Anteil wuchs deutlich schneller als der Anteil der Menschen im Rentenalter insgesamt. Auch in Westfalen wuchs der Anteil der Hochbetagten innerhalb von 20 Jahren von 1,7 auf 3,6 Prozent, während zum Beispiel der Anteil der Kinder und Jugendlichen zurückging.
Mit der Zahl der Hochbetagten ist auch die Zahl der Pflegebedürftigen gestiegen und wird voraussichtlich weiter steigen.